Traditionsbewusst und dennoch modern

Feuerwehr Knielingen

Für sie im Einsatz seit 1871

Geschichte der Abteilung Knielingen

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Knielingen

1848-19001900-1950

"Wer schnell und fachgerecht helfen will, muß gut organisiert sein, jeden Handgriff lernen und ständig im Training sein"

Diese Erkenntnis des Durlacher Zimmermeisters und Bürgermeisters Christian Hengst ist die Grundlage unseres modernen Feuerwehrwesens.

Am 27. Juli 1846 gründete er in seiner Heimatstadt Durlach den ersten Verein von Freiwilligen, dessen Mitglieder sich für Schutz von Leben und Gesundheit, von Hab und Gut ihrer Mitbürger einsetzten. Die erfolgreichen Einsätze dieser ersten Freiwilligen Feuerwehr machten den Gedanken der Freiwilligen Feuerwehren weithin bekannt. Zunächst formierten sich in Baden, ein Jahr später in Württemberg und schließlich in allen Teilen Deutschlands Freiwillige Feuerwehren, die heute in Zusammenarbeit mit Berufs - und Betriebsfeuerwehren die Hauptstütze des modernen Feuerwehrwesens bilden.

Die Freiwillige Feuerwehr Knielingen wurde nach dem Ende des Krieges 1870/71 am 16. Juli 1871 gegründet. Die treibende Kraft war der damalige Bürgermeister Christian Vollmer, der auch zum ersten Kommandanten der neugegründeten Wehr, damals noch "Pompiers-Verein" genannt, gewählt wurde. Aus dem heute noch vorhandenen Mitgliedsbuch geht hervor, daß im Gründungsjahr 42 Knielinger Bürger der Wehr beitraten.

Im Juli des Jahres 1875 wurde die von Knielinger Bürgern gestiftete Fahne eingeweiht. Leider ging diese Fahne mit einem Großteil der Aufzeichnungen aus der Gründerzeit unserer Wehr 1945 bei der Besetzung des Knielinger Rathauses durch die französische Armee verloren. Ebenfalls im Jahre 1875 wurde das Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Knielingen seiner Bestimmung übergeben. Es diente unserer Wehr bis 1976 als Unterkunft, ehe es von dem jetzigen Gerätehaus abgelöst wurde.

Im Jahre 1896 wurde das 25-jährige Jubiläum und 1921 das 50-jährige festlich begangen.

Nach dem 1. Weltkriege wurde die Freiwillige Feuerwehr Knielingen neu organisiert und unter dem 1. Kommandanten Gottlieb Friedrich Ermel begann ein erneuter Aufschwung. Beim 50-jährigen Jubiläum 1921 zählte die Freiwillige Feuerwehr Knielingen wieder 182 aktive und 52 passive Mitglieder.

Im Jahre 1935 stellte der langjährige Kommandant Ermel sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung. An seine Stelle trat der damalige Kassier und Schriftführer Friedrich Fuchs, der im Zuge der Gleichschaltung für dieses Amt vorgeschlagen und vom Landesverband bestätigt wurde.

Am 12.04.1935 wurde Knielingen nach Karlsruhe eingemeindet, damit verlor auch die Freiwillige Feuerwehr Knielingen ihre Selbständigkeit.

Die Übergabe fand am 12.04.1935 auf dem Schulhof des neuen Schulhauses im Rahmen einer Schauübung statt.

Die Wehr wurde vom damaligen Branddirektor Wilke im Verband der Feuerwehren von "Groß-Karlsruhe" begrüßt und in den Verband übernommen. Die Freiwillige Feuerwehr Knielingen hatte damit aufgehört, als selbständige Organisation zu bestehen. Nach dieser Schauübung und Ansprache fand in der Reinmuthstraße ein Vorbeimarsch an den geladenen Gästen statt.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 wurden die Knielinger Feuerwehrmänner als Feuerlöschpolizei dienstverpflichtet und unter das Luftschutzgesetz gestellt. Bei zahlreichen Bränden in jenen schrecklichen Bombennächten verrichteten diese Männer ihre gefahrvolle Arbeit. Allein am 03. September 1942 hatten sie in unserem Stadtteil Knielingen 36 Brandherde zu löschen.

All diesen Kameraden soll in unserer Chronik in Dankbarkeit und Verehrung gedacht werden.

Beim Einzug der Besatzungsmächte 1945 wurde die im Rathaus untergebrachte Fahne und die Protokollbücher für die Zeit von 1871 bis 1925 vernichtet.

Als im September 1945 durch den Aufruf der Stadtverwaltung die Freiwilligen Feuerwehren neu ins Leben gerufen wurden, waren in Knielingen vor allem jüngere Männer bereit, das Werk der Knielinger Feuerwehr erneut aufzubauen und fortzusetzen. Der bisherige Kommandant Ing. Friedrich Fuchs stellte sein Amt zur Verfügung und am 16. September 1945 wurde Emil Knobloch zum 1. Kommandanten gewählt und von der Stadtverwaltung bestätigt.

"Die Feuerwehr ist eine gemeinnützige, der Nächstenhilfe dienende Einrichtung der Gemeinde..." heißt es im baden-württembergischen Feuerwehrgesetz, das zwischen Freiwilligen Feuerwehren für kleinere Städte und Berufsfeuerwehren für Großstädte unterscheidet. In Karlsruhe gibt es beides, hauptamtliche und freiwillige Feuerwehrmänner, die sich gegenseitig tatkräftig unterstützen.

Das 80-jährige Jubiläum wurde im Jahre 1951 festlich begangen.

Am 20. Januar 1958 verstarb unser 1. Kommandant Emil Knobloch.

Zum Nachfolger und 1. Kommandanten wurde Heinz Knobloch gewählt, der dieses aufopferungsvolle Amt 1958 bis 1988 ausübte. Für seine Verdienste um die Sache der Freiwilligen Feuerwehren wurde Heinz Knobloch 1983 mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet.

Im Jahre 1961 konnte die Freiwillige Feuerwehr Knielingen auf ihr 90-jähriges Bestehen zurückblicken.

Ein weiterer Schicksalsschlag traf unsere Wehr am 25. Januar 1964, als unser langjähriger 2. Kommandant Fritz Knobloch durch einen tödlichen Verkehrsunfall plötzlich aus unserer Mitte gerissen wurde. Auch er hat sich durch sein jederzeit kameradschaftliches Wesen die Sympathien aller Wehrangehörigen erworben. Seine über 25 Jahre dauernde aktive Dienstzeit wurde am 15. Juli 1961, anläßlich unseres 90-jährigen Jubiläumsfestes, mit der Verleihung des Feuerwehr-Ehrenabzeichens in Silber nebst Urkunde belohnt.

Gründerzeit_3Im November 1964 ging ein langersehnter Wunsch mit der Überreichung eines neuen Gruppenlöschfahrzeuges LF8 in Erfüllung. Das uns bis zu diesem Zeitpunkt treu und zuverlässig dienende LF8, Baujahr 1936, wurde daraufhin aus dem Straßenverkehr herausgenommen und ist als "Oldtimer" Ausstellungsgegenstand in einem Verkehrsmuseum.

Am 21. Juli 1965 wurde unsere Wehr beim Großbrand in der DEA-Scholven-Raffinerie, heute OMW, zur Unterstützung der Karlsruher Berufsfeuerwehr alarmiert, als dort ein mit 1,5 Millionen Liter Benzin gefüllter Tank durch Blitzschlag entzündet wurde. Von den Kriegsjahren abgesehen, dürfte dieser Einsatz der gefährlichste der Knielinger Wehr gewesen sein, da jederzeit mit dem Schlimmsten gerechnet werden mußte. Nach 8-stündigem pausenlosem und gefahrvollem Einsatz wurde unsere Wehr von der Freiwilligen Feuerwehr Durlach abgelöst.

Im Jahre 1971 konnte unsere Wehr ihr 100-jähriges Jubiläum festlich begehen. Ein abermaliger Aufschwung der Freiwilligen Feuerwehr Knielingen wurde im Frühjahr 1968 mit der Gründung einer Jugendfeuerwehr eingeleitet.

Gründerzeit_2Im Jahre 1976 ging für unsere Wehr wiederum ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Das neueFeuerwehrgerätehaus konnte im Rahmen der Brandschutzwoche seiner Bestimmung übergeben werden. Am Samstag, dem 10.09.1976 konnten die blumengeschmückten Löschfahrzeuge in einem kleinen Umzug in das neue Gerätehaus überführt werden. Das alte, das uns über 100 Jahre als "Heim" gedient hatte, wird heute vom Motor-Sport-Club Knielingen als Fahrzeughaus genutzt. Damit boten sich unserer Wehr neue Ausbildungsmöglichkeiten. Vorbei waren die Zeiten mit Unterricht in öffentlichen Lokalen, mangelnden sanitären Einrichtungen und räumlicher Enge.

Wie wichtig eine gut ausgerüstete und ausgebildete Freiwillige Feuerwehr für unsere Stadt ist, zeigt sich immer dann, wenn große Einsätze die personellen Möglichkeiten der Berufsfeuerwehr übersteigen.

Erinnert sei an dieser Stelle an den Großbrand bei der Fa. Heine am 30.06.1976, die Überschwemmungen 1978, 1981 und 1983. 1976 wurde unsere Wehr zusammen mit Durlach zur Überlandhilfe nach Bühl gerufen.

BlechbüchsenbrandDas 110-jährige Jubiläum wurde 1981 unter Beteiligung vieler befreundeter Wehren aus dem Stadt- und Landkreis festlich begangen.

Einen weiteren schweren Einsatz hatte unsere Wehr am 25.01.1985 zu bestehen, als nach mehrmaliger Brandstiftung die Firma Plastikform (ehem. Badisches Blechpackungswerk) in Flammen aufging. Nur durch massierten Einsatz der Berufs - und Freiwilligen Feuerwehren konnte ein Übergreifen auf die angrenzenden Wohnhäuser verhindert werden.

Im Bereich des Fahrzeugparkes der Freiwilligen Feuerwehr Knielingen gab es in den letzten Jahren zahlreiche Veränderungen. Im Oktober 1981 wurde unser altes Löschgruppenfahrzeug LF8 durch ein neues, modernes Fahrzeug des gleichen Typs ersetzt. Dieses Fahrzeug enthält als wesentliche Erweiterung einen Hilfeleistungssatz, der einen erweiterten Einsatz bei technischen Hilfeleistungen gestattet. Im Frühjahr 1984 wurden die Fahrzeuge des Katastrophenschutzes, ein TLF 8 und ein LF 16/TS, aus Knielingen abgezogen und ausgemustert. Als Ersatz wurden ein neues LF 16/TS und ein Rüstwagen, beides Fahrzeuge des Katastrophenschutzes, in Knielingen stationiert.

1986 wurde Knielingen 1200 Jahre alt. Dieses Jubiläum wurde von der Knielinger Bevölkerung und den Knielinger Vereinen begeistert gefeiert. Wir übernahmen den Auf - und Abbau des Festzeltes, unterstützt von amerikanischen Pionieren. Im gleichen Jahr begingen wir unser 115- jähriges Jubiläum mit einem gelungenen Fest im Gerätehaus.

Auf der Jahreshauptversammlung am 11. Mai 1988 wurde Klaus Eisinger zum neuen Abteilungskommandanten und Hubert Wenzel zum Stellvertreter gewählt. Die bisherigen 1. und 2. Kommandanten, Heinz Knobloch und Werner Kiefer, hatten sich aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung gestellt. Heinz Knobloch war seit 1958 Abteilungskommandant, Werner Kiefer seit 1976 sein Stellvertreter. Beide Kameraden wurden am 14. Oktober 1988 im Rahmen einer Feierstunde offiziell aus ihren Ämtern verabschiedet. 1988 wurde auch ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug schloß endlich die Lücke, die seit der Ausmusterung des alten TLF bestand. In diesem Jahr wurde auch der Beschluß gefaßt, eine neue Fahne zu beschaffen. Es dauerte 8 Jahre, bis die erforderlichen Spendengelder zusammengetragen waren und dieser Beschluß in die Tat umgesetzt werden konnte. 1991 wurde das 120-jähriges Jubiläum mit einem Straßenfest in und um das Gerätehaus gefeiert.

Am 14. Juli 1992 verstarb der langjähriger Abteilungskommandant Heinz Knobloch an den Folgen einer heimtückischen Krankheit. Heinz Knobloch war seit 1946 Mitglied der Wehr gewesen. Von 1958 bis 1988 war er 1. Abteilungskommandant. Heinz Knobloch wurde am 20. Juli unter großer Anteilnahme der Knielinger Bevölkerung und der Feuerwehren aus ganz Karlsruhe beigesetzt.

Die Jugendfeuerwehr konnte 1993 ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Noch heute sind viele Gründungsmitglieder in der Wehr aktiv.

Spektakuläre Einsätze gab es viele in den zurückliegenden Jahren, besonders getroffen hat jedoch der Brand der Sängerhalle am 23. April 1994, da hierdurch einer der kulturellen Mittelpunkte in Knielingen direkt bedroht wurde. Das Feuer konnte zwar auf den Küchen- und Gaststättenbereich begrenzt werden, der Schaden war jedoch verheerend.

Im Oktober 2003 wurde Willi Lizenberger zum Abteilungskommandanten und Oliver Grobs zum Stellvertreter gewählt, nachdem Klaus Eisinger aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen musste.

Das LF8 von 1981 wurde 2005 durch das LF8/6, ein MAN L2000 Baujahr 2004, ersetzt. 2004 wurde ein neuer MTW der Marke Ford Transit in der Knielinger Wache stationiert.

Das LF16-TS auf dem Fahrgestell Iveco Magirus 130D 9 FA aus dem Jahre 1985 war ab 1986 in Knielingen und wurde 2009 wegen technischer Mängel außer Dienst gestellt. Dafür erhielt Knielingen ein LF16-TS, ein Mercedes 1113 B Baujahr 1984, das zuvor in Mühlburg stationiert war. Leider wurde dieses Fahrzeug schon wieder im Frühjahr 2010 außer Dienst gestellt.

Als neues Fahrzeug konnte man 2012 ein neues LF-Kats aus den Geldern des Bundes in Empfang nehmen, welches das Gerätehaus wieder vollständig ausfüllte und den Einsatztaktischen Wert der Abteilung erhöht. Im selben Jahr musst das TLF 8/18 auf einem Unimogfahrgestell, aus dem Jahre 1984 abgegeben werden, da es nicht mehr in das Konzept passt. Somit waren 2012 3 Fahrzeuge in Knielingen stationiert und einsatzbereit.

Aus Altersgründen konnte Willi Litzenberger sein Amt als Abteilungskommandant nicht mehr antreten. Daher wurde 2013 Alexander Maier zum Abteilungskommandanten gewählt. Oliver Grobs behält seine Rolle als Stellvertreter.

Bereits Ende 2013 musste Alexander Maier aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. Stellvertreter Oliver Grobs übernimmt die Abteilungsführung und wird bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2014 zum Abteilungskommandanten und Steffen Reiser zum stellvertretenden Abteilungskommandanten gewählt.

Im März 2018 wurde Steffen Reiser zum Abteilungskommandanten und Matthias Wenzel zum stellvertretenden Abteilungskommandanten gewählt.

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